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Willkommen

 

Verena Großkreutz | Foto Jürgen Hartmann

 

Herzlich willkommen auf meiner Homepage!

Ich wünsche viel Spaß beim Streifzug durch meine Seiten. Als erste Lektüre empfehle ich mein Essay über Georg Büchner (200. Geburtstag), Giuseppe Verdi (200. Geburtstag) sowie meinen Lektüre-Selbstversuch zum Thema "Was bringt die kritisch kommentierte Neu-Edition von Adolf Hitlers 'Mein Kampf'?"  // 

  

  
Mein aktueller Buchtipp

 

Der Roman "Das Attentat" von Harry Mulisch aus dem Jahr 1982 spielt zur Zeit der Besetzung der Niederlande durch die Nationalsozialisten. In einer Winternacht des Jahres 1945 fallen in einem kleinen Weiler Schüsse. Vor dem Nachbargrundstück der Steenwijks liegt die Leiche eines niederländischen Nazikollaborateurs, erschossen von Widerständlern. Es ist der Polizeiinspektor Fake Ploeg, "der größte Mörder und Verräter von Haarlem und Umgebung". Der elfjährige Anton Steenwijk beobachtet hilflos, wie der Nachbar aus seinem Haus stürzt und den Toten im Schutz der Dunkelheit vor das Haus der Steenwijks schleift. Kurze Zeit später stürmen deutsche Soldaten das Grundstück. Der kleine Anton ist der einzige der Steenwijks, der die Vergeltungsaktion der deutschen Besatzer überlebt. 20 Jahre später lernt Anton durch Zufall den Mann kennen, der den Polizeiinspektor in jener Winternacht erschossen hat und so Schuld trägt am Tod seiner Eltern und seines Bruders. „Das Attentat“ ist ein ungeheuer spannendes Buch, das die althergebrachten Vorstellungen von Täter und Opfer, Gut und Böse, Kollaboration und Widerstand unter deutscher Besatzung kräftig durcheinanderwirbelt: „War jeder schuldig und unschuldig? War die Schuld unschuldig und die Unschuld schuldig?“ Ein großartiger Beitrag zum Thema Schuld und Sühne! //     

 

Mein aktueller CD-Tipp

 

Die "Mahlerlieder" der Musikbanda Franui gehören zu meinen Lieblings-CDs. Die Trauermarsch-Blaskapellen-Vergangenheit von Franui legt sich wie ein warmer Pelz um Mahlers Wunderhorn- und Rückert-Vertonungen. Die Bearbeitungen unterstreichen den melancholischen Charakter der Lieder, aber auch ihre Aktualität und ihre Doppelbödigkeit. Egal ob Franui "Die zwei blauen Augen" oder "Wo die schönen Trompeten blasen" kompositorisch überschreibt oder im "Wunderhorntanz" Mahlers "Fischpredigt" und "Bald gras ich am Neckar" zusammenbringt: Die Spannung zwischen vorwärtstreibender Virtuosität und gelassenem Schreittempo, die grellen Schnitte, aber vor allem die überirdisch schönen, satten und saftigen Bläsersätze stellen jenen Hörsog her, der gute Musik ausmacht. Die Zeit scheint still zu stehen und rast doch vorbei. //



Franuis "Wunderhorntanz"

       

Mein Youtube-Video des Monats

"In den Steppen von Sápmi" von Ansgar Beste, uraufgeführt im Rahmen des Lucerne Festivals am 13. September 2015 vom SWR Vokalensemble Stuttgart in der Leitung von Marcus Creed, ist ein originelles und witziges Chorstück. Ansgar Beste, geboren 1981 in Malmö (Schweden), verarbeitet darin Joiks, Lieder des lappländischen Volkes der Samen, die einen merkwürdigen eintönig-gutturalen Gesangsstil pflegen. Das SWR Vokalensemble als "präparierter Chor" singt in die Membranophon-Tröten seiner Blechdosen-Instrumente hinein, denn schließlich imitieren die zugrundeliegenden Joiks Tierstimmen: Eisenten, Krähen, Nordfalken-Eulen, Rentierkühe, Wölfe und Bären. Ein kurioses Stimmfarbengemisch, das Ansgar Beste kunstvoll in-, gegen- und durcheinander arrangiert hat. Höhepunkt: das polyphone Finale mit seinen mikrotonalen Schiebungen nach oben, was unerhört euphorisch wirkt. //

 

  
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